Samba wird mit einer Vielzahl von Instrumenten gespielt, wobei jedes Instrument nicht nur einen charakteristischen Klang hat, sondern auch ein typisches Rhythmus-Muster spielt.
Nach einigem Gebastel kannst Du Dir jetzt auch die Hörbeispiele der einzelnen Sambainstrumente anhören. Du klickst einfach mit der Maus auf den farbigen Kreis mit dem Pfeil nach dem Text »Hörbeispiel« und schon geht's los. Viel Vergnügen!
Surdo
Zylinder-Trommel in verschiedenen Größen aus Aluminium (gelegentlich Holz) hergestellt, deren Schlagfell, mit Natur- oder Kunstfell bezogen, stimmbar ist. Das untere Resonanzfell ist meist ein Kunstfell. Die Surdo wird entweder über einen Schulter-, besser aber durch einen Hüftgurt getragen und mit zwei Schlägeln oder einem Schlägel und einer Hand gespielt. Sie stammt vermutlich von der großen portugiesischen Zépereira-Trommel ab.
Sie hat einen tiefen, durchdringenden Klang (Bass-Stimme).
Hörbeispiel Surdo 1
Hörbeispiel Surdo 2
Das Spiel der Surdos ist durch das als »Marcação« bezeichnete Auf- und Ab gekennzeichnet - auch als Beat (Surdo) und Off-Beat (Contra-Surdo) bezeichnet. In kleinen Besetzungen kommt der Off-Beat, gespielt von den kleineren Contra-Surdos, auf der Eins, der Beat der großen Surdo auf zwei, wobei die "Breaks" eine Ausnahme bilden.
Repinique
Eine mittelgroße, zweifellige Zylindertrommel aus vermutlich europäischer Herkunft, die mit einem Holzschlägel in einer Hand und der freien anderen Hand oder mit zwei Holzschlägeln (mitunter auch Plastikstäben - wer's mog) geschlagen wird. Der Name des Instruments bedeutet so viel wie »gegen den Akzent schlagen« oder »eigene Akzente einschieben«.
Die Repinique wird von einem Schultergurt gehalten.
Hörbeispiel Repinique
Hörbeispiel Repinique Intro
Mit der Figur »Charma« ruft der Repinique-Spieler die anderen Instrumentalisten und bereitet ihren Einsatz vor.
Timba
Kegelförmige Holztrommel - meist mit Kunstfell bespannt, das stimmbar ist. Das untere Ende des konisch zulaufenden Resonanzkörpers ist offen. Die Timba wird beim Spielen von einem Schulter- oder Hüftgürtel getragen und mit den bloßen Händen bespielt.
Hörbeispiel Timba
Durch die Haltung der Hände und der variierenden Positionierung der Schläge auf dem Fell entstehenden die gewünschten Klänge. Der Name des Instruments und die Spielarten unterscheiden sich je nach Region in Brasilien.
Tamborim
Kleine Rahmentrommel, meist aus Metall (gelegentlich Holz) und mit einem Kunstfell bezogen, das stimmbar ist.
Das Tamborim wird meist mit einem Bündel flexibler Kunststoffruten geschlagen, wobei das Instrument je nach gewünschtem Klang, gedreht wird. Dabei treffen die Ruten das Tamborim z.B. von oben nach unten schlagend rechtwinklig auf das nach oben weisende Fell und umgekehrt - es gibt auch (streifende) Schläge auf das schräg nach oben oder unten weisende Fell.
Hörbeispiel Tamborim
Der Zeige- oder Mittelfinger der Hand, die das Tamborim hält, schlägt bei versierten Tamborim-Spielern außerdem noch die so genannten »leeren Pulse«, was im Bild sehr schön zu sehen ist.
Caixa
Eine Rahmentrommel aus Metall, die an beiden Enden mit einem Kunstfell bezogen ist, wobei am unteren Fell auf der Außenseite mehrere Metallsaiten gespannt sind (siehe 1 und 2). Die Art der Saiten und somit auch der Klang der Caixas ist unterschiedlich. So verwendet die typische Snare-drum 8-30 fein gedrehte Metallsaiten (siehe Bild rechts), eine typische Caixa-Guerra 4-8 grob gedrehte Saiten (siehe 3) und eine Malacacheta 2-4 Gitarrensaiten (siehe 4). Die Malacacheta wird als einzige Caixa typischerweise auf der eigentlichen Rückseite d.h. direkt auf den Saiten gespielt. Caixas verfügen auch nicht über die bei den Snaredrums bekannte Mechanik zum Abheben der Saiten vom Fell.
Hörbeispiel Caixa
Oft ist es nötig, zur Dämpfung des Fells entsprechende »Applikationen« aus (neuen) Tempotaschentüchern und/oder stabilem Klebeband anzubringen um den kurzen trockenen Klang zu bekommen (siehe Kringel auf Bild 1). Gespielt wird mit zwei Holzschlägeln - auch Sticks genannt (gerne genommen 7A, 5B, 5A, ...). Dabei gilt: Je kleiner der Kopf des Sticks, desto schärfer der Klang.
Das Instrument hängt an einem Gurt um die Hüfte, wobei die Höhe des Instruments je nach Spieler von der Hüfte bis zu den Knien reicht . Die Haltung der Sticks in den Händen unterscheidet sich darüber hinaus von der typischen »Schlagzeugerhaltung« mit gedrehten Handflächen.
Die Caixa spielt einen durchgehenden "Teppich" von betonten und unbetonten Schlägen (Hand-to-Hand). Das Instrument stammt aus der europäischen Militärmusik. Durch eine gekonnte 3-zu-4-Verschiebung im Rhythmus wird allerdings jedes geordnete Marschieren unmöglich gemacht.
Ganza
Metallröhren, die mit Sand oder Kugeln (Ganzas) gefüllt sind. Die Ganza schafft einen rhythmischen Grundteppich.
Hörbeispiel Ganza (folgt)
Das Spiel der Ganza sieht leicht aus, ist es aber nicht. Es erfordert einige Übung und vor allem Ausdauer.
Djembe
Eine kelchförmige Holztrommel, die mit Ziegen-, früher mit Antilopenfell bespannt ist. Sie stammt von den Volksgruppen der Mande-Völker, Malinke und Bambara aus Westafrika (heute Guinea Conacry, Mali, Burkina Faso, Elfenbeinküste).
Hörbeispiel Djembe (folgt)
Das Fell ist nur durch eine aufwendige Schnurspannung stimmbar. Die Djembe wird direkt mit den Händen bespielt und zeichnet sich durch ein außerordentlich breites Klangsprektrum aus.
Agogo
Eine Doppelglocke aus einem U-förmigen Metallbügel, an dessen Ende je ein Glockenkelch montiert ist (in der Glocke ist kein Schlägel montiert). Das Instrument stammt von der afrikanischen Westküste. Die beiden Glockenkelche sind auf eine kleine Terz bis zu einer Quint zueinander gestimmt und werden von einem Holzschlägel in einer Hand geschlagen, während die andere Hand den U-Bügel entweder rechtwinklig oder gerade (bei zusammengedrückten Kelchen) in der anderen Hand hält.
Hörbeispiel Agogo
Mit der Agogo gibt es die Möglichkeit, jede Glocke einzeln, mit zusammengedrückten Kelchen, zu schlagen oder nur die Kelche, ohne Schlag durch den Holzschlägel, zusammenzudrücken.
Cuica
Eine Reibetrommel, die an der einen Seite mit einem Fell bespannt ist, während die andere Seite offen ist. Der Spieler reibt mit einem angefeuchteten Tuch einen Holzstab, der auf der einen Seite etwas durch ein Loch im Fell reicht und dort mit einer Schnur befestigt ist und ins Innere der Cuica reicht.
Der Klang reicht von »Lachen« bis »Stöhnen«. Kaum ein anderes Instrument im Samba hat so viele Gesichter.
Hörbeispiel Cuica (folgt)
Durch das Reiben am Holzstab wird dieser in Schwingungen versetzt und überträgt diese direkt an das Fell, das ähnlich wie eine Lautsprechermembran die Schwingungen verstärkt und abgibt. Eine Hand reibt beim Spiel mit dem feuchten Tuch den Holzstab, während mit dem anderen Arm die Cuica umfasst und mit den Fingern von außen auf das Fell ein variabler Druck direkt am Austrittsloch des Holzstabs ausgeübt wird, wodurch die Tonhöhe beeinflusst wird. Reibetrommeln gibt es nicht nur in Afrika und in Lateinamerika, sie sind auch in Europa seit dem Mittelalter bekannt.
Apito
Klein - aber sehr wichtig. Es handelt sich um eine Dreiton-Pfeife und sie wird zum Einleiten und Beenden von Breaks und zu allen anderen Signalen vor und während des Spiels verwendet. Darüber hinaus wird mit der Apito angezeigt, dass das Tempo erhöht werden soll. In den Klangbeispielen einiger anderer Instrumente ist die Apito schön zu hören.
Pandeiro
Eine Schellentrommel in drei Größen, die auf einer Seite mit einem Natur- oder Kunstfell bespannt ist und von den Portugiesen schon im 16. Jahrhundert nach Brasilien gebracht wurde (aus dem vorderen Orient stammend). Im Rahmen des Pandeiro sind in Aussparungen kleine Metallschellen, jeweils im Mittelpunkt der Schellen an einem Metallstift aufgereiht, montiert. Der Klang der Schellen darf nicht dominieren. Das Instrument gibt es in drei verschiedenen Größen, wobei das große Pandeiro von den Tanz- und Jonglierkünstlern, Malabaristas genannt, balanciert, gedreht, durch die Luft geworfen oder von einer Hand rollend über den Arm, Rücken, Arm zur anderen Hand gerollt wird.
Das Instrument wird an einer Stelle mit einer Hand so gehalten, dass die Spitze des Daumens über dem Fell liegt, während der Zeigefinger von unten dagegendrückt - je nach ausgeübtem Druck des Zeigefingers verändert sich die Tonhöhe. Durch schnelle Auf- und Abbewegungen oder Heranziehen und Abstoßen vom Körper entsteht der Grundrhythmus, der durch Schlagfolgen der anderen Hand auf das Instrument ergänzt wird. Das Spiel des Pandeiros erfordert einige Übung.